Katholische Kirchengemeinde

St. Gallus, Bad Salzdetfurth - Detfurth
mit Heilige Familie, Bad Salzdetfurth,
Schönstattkapelle, Bad Salzdetfurth,
St. Laurentius, Bodenburg,
St. Cosmas und Damian, Groß Düngen,
St. Johannes Evangelist, Hockeln,
St. Bernward, Klein Düngen,
St. Johannes Enthauptung, Wesseln und
Mariä Himmelfahrt Westfeld

Weitere Informationen finden Sie auf den Internetseiten der Gemeinde
(www.sankt-gallus-bad-salzdetfurth.de)

Kirchen / Gottesdienste    Hauptamtliche     Pfarrbüro    Geschichte

Kirchen / Gottesdienste

Adressen der Kirchen:

  • St. Gallus; Soltmannstraße 29; 31162 Bad Salzdetfurth - Detfurth
  • Heilige Familie; Elsa- Brandström-Straße 51; 31162 Bad Salzdetfurth
  • Schönstattkapelle; An der Sennhütte 1; 31162 Bad Salzdetfurth
  • St. Laurentius; Salzdetfurther Straße 5; 31162 Bad Salzdetfurth - Bodenburg
  • St. Cosmas und Damian; Hildesheimer Straße 25; 31162 Bad Salzdetfurth - Groß Düngen
  • St. Johannes Evangelist; Im Hoppensack 1; 31162 Bad Salzdetfurth - Hockeln
  • St. Bernward; Kreuzstraße 11; 31162 Bad Salzdetfurth - Klein Düngen
  • St. Johannes Enthauptung; Am Lammeufer 11; 31162 Bad Salzdetfurth - Wesseln
  • St. Mariä Himmelfahrt; Hauptstraße 8; 31079 Westfeld
Kirche St. Gallus, Detfurth
Detfurth

Kirche Heilige Familie, Bad Salzdetfurth
Bad Salzdetfurth

Kirche Schönstattkapelle, Bad Salzdetfurth
Schönstattkapelle

Kirche St. Laurentius, Bodenburg
Bodenburg

Kirche St. Cosmas und Damian, Groß Düngen
Groß Düngen

Kirche St. Johannes Evangelist, Hockeln
Hockeln

Kirche St. Bernward, Klein Düngen
Klein Düngen

Kirche St. Mariä Himmelfahrt, Westfeld
Westfeld

Kirche St. Johannes Enthauptung, Wesseln
Wesseln

Regelmäßige Gottesdienste:
dienstags; 09:00 Uhr Hl. Messe in Groß Düngen
09:00 Hl. Messe in Uhr Westfeld

mittwochs: 09:00 Uhr Hl. Messe in Klein Düngen

donnerstags: 09:00 Uhr Hl. Messe in Hockeln (2. -5. Donnerstag im Monat)
15:00 Uhr Hl. Messe in Hockeln (1. Donnerstag im Monat)

freitags: 09:00 Uhr Hl. Messe in Wesseln
18:30 Uhr Hl. Messe in Bad Salzdetfurth
samstags: 17:00 Uhr Hl. Messe in Groß Düngen (1. und 5. Wochenende im Monat)
17:00 Uhr Hl. Messe in Bodenburg (2. Wochenende im Monat)
17:00 Uhr Hl. Messe in Westfeld (3. Wochenende im Monat)
17:00 Uhr Hl. Messe in Hockeln (4. Wochenende im Monat)

18:30 Uhr Hl. Messe in Westfeld (1. und 5. Wochenende im Monat)
18:30 Uhr Hl. Messe in Bad Salzdetfurth (2. Wochenende im Monat)
18:30 Uhr Hl. Messe in Detfurth (3. Wochenende im Monat)
18:30 Uhr Hl. Messe in Wesseln (4. Wochenende im Monat)

sonntags: 09:00 Uhr Hl. Messe in Detfurth (1. und 5. Wochenende im Monat)
09:00 Uhr Hl. Messe in Groß Düngen (2. Wochenende im Monat)
09:00 Uhr Hl. Messe in Hockeln (3. Wochenende im Monat)
09:00 Uhr Hl. Messe in Bad Salzdetfurth (4. Wochenende im Monat)

10:30 Uhr Hl. Messe in Bad Salzdetfurth (1. und 5. Wochenende im Monat)
10:30 Uhr Hl. Messe in Westfeld (2. Wochenende im Monat)
10:30 Uhr Hl. Messe in Groß Düngen (3. Wochenende im Monat)
10:30 Uhr Hl. Messe in Detfurth (4. Wochenende im Monat)

Hauptamtliche
Pfarrer: Thomas Blumenberg;
Soltmannstraße 29; 31162 Bad Salzdetfurth - Detfurth
Tel: (05063) 2518
Pfarrer in Ruhe: Konrad Sindermann; Haupstraße 8; 31079 Westfeld
Tel: (05065) 800 463
eMail: k.sindermann@t-online.de
Pfarrer in Ruhe: Winfried Birkwald; Salinenstraße 35h; 31162 Bad Salzdetfurth
Tel: (05063) 960 261
Hauptpfarrbüro Bad Salzdetfurth
Adresse: Elsa- Brandström-Straße 51; 31162 Bad Salzdetfurth
Tel: (05063) 605; Fax: (05063) 270879
eMail: hl-fam@t-online.de
Sekretärin: Frau Paul
Öffnungszeiten:
mittwochs:
freitags:

08:30 Uhr - 11:30 Uhr
08:30 Uhr - 10:30 Uhr
Büro Detfurth
Adresse: Soltmannstraße 29; 31162 Bad Salzdetfurth - Detfurth
Tel: (05063) 2518
Sekretärin: Frau Hannich
Öffnungszeiten:
freitags:

09:00 Uhr - 10:15 Uhr
Büro Groß Düngen
Adresse: Bergstraße 7; 31162 Bad Salzdetfurth - Groß Düngen
Tel: (05064) 370; Fax: (05064) 951 736
eMail: pg-duengen@gmx.de

Sekretärin: Frau Hannich
Öffnungszeiten:
dienstags:
donnerstags:

09:30 Uhr - 12:00 Uhr
16:00 Uhr - 18:00 Uhr
Büro Westfeld
Adresse: Hauptstraße 8; 31079 Westfeld
Tel: (05065) 8243
Sekretärin: Frau Paul
Öffnungszeiten:
jeden 2. Dienstag im Monat:

08:30 Uhr - 11:30 Uhr

Geschichte der Pfarrgemeinde

St. Gallus, Detfurth
Informationen zu der Kirche finden sie unter https://de.wikipedia.org/wiki/St._Gallus_(Detfurth)

Heilige Familie, Bad Salzdetfurth
Informationen zu der Kirche finden sie unter https://de.wikipedia.org/wiki/Heilige_Familie_(Bad_Salzdetfurth)

Bodenburg St. Laurentius
Wie schon der Name Bodenburg beinhaltet, geht die Entwicklung der späteren Siedlung auf eine gräfliche Burg zurück, die wahrscheinlich im 10. Jahrhundert Graf Bodo erbauen ließ. Die erste Erwähnung von Bodenburg erfolgte 1142 in einer Urkunde des Grafen Meinfried. Nachdem die Familie von Bodenburg im 12. Jahrhundert ausgestorben war, fiel die Grafschaft an den Hildesheimer Bischof. Die Edelherren von Meinersen gelangten in den Besitz der Burg. Als diese im 14. Jahrhundert ausstarben, übertrug der Letzte des Geschlechtes - Domherr Bernhard von Meinersen - 1353 die Bodenburg dem Stift Hildesheim. Die Herzöge von Braunschweig und Lüneburg erhoben jedoch ebenfalls Ansprüche auf das Meinersche Lehen. Auch nachdem der Hildesheimer Landesherr die Bodenburg als bischöfliches Lehen an die Familie von Steinberg weiter gegeben hatte, blieben ihre Besitzverhältnisse ungeklärt. Letztlich deshalb hatte sich im Jahr 1359 die Familie von Steinberg mit der Bodenburg in den Dienst und unter den Schutz des Herzogs Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg und des Herzogs Ludwig von Braunschweig gestellt. Die adlige Familie ließ sich das bischöfliche Lehen 1359 und 1361 sogar von den Welfenherzögen bestätigen. Die Versuche Bischof Heinrichs III. (1331-1363), die Bodenburg zurückzugewinnen, schlugen fehl. Sie blieb eine Braunschweiger Exklave im Hildesheimer Land.
Kirchlich werden in Bodenburg zwei Gotteshäuser erwähnt: die Pfarrkirche St. Laurentius und die Kapelle St. Johannes Bapt. Die Pfarrrechte von St. Laurentius im Archidiakonat Detfurth werden durch eine Urkunde des Jahres 1207 bestätigt, in der der Pfarrer “Eckehardus de bodenburc sacerdos” erwähnt wird. Der Standort der Johanneskapelle im Ort wird angezweifelt, da sie bis in das 13. Jahrhundert hinein dem Domkapitel unterstellt war.
Im Jahre 1282 wurde die Johanneskapelle vom Hildesheimer Bischof Siegfried II. (1279-1310) an die Familie von Werder übergeben, die dafür dem Bischof das Gotteshaus in Schulenburg überlassen hatte. Der Patron der Pfarrkirche und später auch der Johanneskapelle war ab 1481 die Familie von Steinberg.
Da Bodenburg als Braunschweiger Lehen behandelt wurde, ging der bischöfliche Einfluss auf die Gotteshäuser bald verloren.
Herzog Heinrich d. J. von Braunschweig-Wolfenbüttel war ein entschiedener Gegner der Reformation. Trotzdem unternahm er den Versuch, ein kath. Kirchenwesen in Unabhängigkeit vom Bistum Hildesheim aufzubauen. Sein Vorhaben ließ sich jedoch nicht realisieren, da Heinrich vom Schmalkaldischen Bund 1542 aus seinem Land vertrieben wurde. Noch im selben Jahr wurde die erste ev. Kirchenvisitation durch Johannes Bugenhagen und Antonius Corvinus durchgeführt. An dieser ersten Visitation nahm auch Heinrich von Steinberg aus Wehrstedt teil. Andere Mitglieder der Familie von Steinberg blieben katholisch. Die Besetzung der Pfarrstelle in Bodenburg ab 1542 mit einem evangelischen Prädikanten ist nicht nachgewiesen.
Nachdem Herzog Heinrich 1547 zurückgekehrt war, blieben seine Rekatholisierungsversuche erfolglos. Erst nach seinem Tod 1568 wurde durch seinen Sohn Herzog Julius II. die Reformation endgültig eingeführt. Ein ev. Prädikant an St. Johannes in Bodenburg wird für das Jahr 1590 bestätigt.
Da Bodenburg eine Braunschweiger Exklave war, wurde es auch nicht vom kaiserlichen Restitutionsedikt betroffen, das die Rückgabe des Großen Stiftes an den Hildesheimer Bischof festlegte. Die Siedlung Bodenburg mit Östrum blieb Braunschweiger Land. Die spätere Schlosskapelle St. Johannes wurde bald Mittelpunkt der luth. Gemeinde.
Das Patronatsrecht über die Johanneskapelle und die Pfarrkirche St. Laurentius stand weiterhin der Familie von Steinberg zu. Später wurden diese Rechte vom Baron von Cramm wahrgenommen.
Johannes Ernst August Philipp von Steinberg ließ im Jahre 1826 die St. Laurentiuskirche in Bodenburg neu erbauen. Ende des 19. Jahrhunderts ließen sich viele Tagelöhner mit ihren Familien, unter ihnen auch Katholiken, in Bodenburg nieder, die einen Arbeitsplatz in der Salzdetfurther Kaliindustrie gefunden hatten.
Die Einwohnerzahl Bodenburgs wuchs nach 1945 durch den Zuzug von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen von ca. 1200 auf 2500 Gemeindemitglieder an. Die Anzahl der Katholiken verzehnfachte sich.
Die Vikarie, die 1946 in Bodenburg errichtet wurde, umfasste im Jahre 1954 noch 10 Ortschaften mit insgesamt 820 Katholiken.
Neben den Beschäftigungsmöglichkeiten in der ortsansässigen Handschuh- und Zuckerfabrik war der überwiegende Teil der Bodenburger Bevölkerung in der Salzdetfurther Kaliindustrie und später auch in einem Werk für Nachrichtenübertragungstechnik beschäftigt.
Die Suche nach einem Gottesdienstraum erschien zunächst nicht notwendig, da man mit einer verstärkten Abwanderung der Gemeindemitglieder nach Bad Salzdetfurth rechnete. Obwohl ich die Entwicklung der kath. Gemeinde tatsächlich verstärkt in Bad Salzdetfurth vollzog, blieb Bodenburg bis 1961 Pfarrvikarie.
Im Jahr 1961 wurde die Vikarie in die Kirchengemeinde bzw. in die spätere Pfarrei Hl. Familie in Bad Salzdetfurth integriert.
Der kath. Gottesdienst in Bodenburg wurde nun zunächst vom Seelsorger aus Bad Salzdetfurth in der ev. Kirche St. Laurentius gefeiert. Da die erwartete Abwanderung von kath. Christen aus Bodenburg langfristig ausblieb, wurde 1973 die St. Laurentiuskirche der kath. Gemeinde überlassen.

St. Cosmas und Damian, Groß Düngen
Informationen zu der Kirche finden sie unter https://de.wikipedia.org/wiki/St._Cosmas_und_Damian_(Gro%C3%9F_D%C3%BCngen)

St. Johannes Evangelist, Hockeln
Die Zugehörigkeit von Hockeln im Mittelalter zu Pfarrei und Archidiakonat Detfurth bzw. Alfeld läßt sich nur vermuten. Erst später gehörte Hockeln bis 1894 nachweislich zur Pfarrei St. Gallus in Detfurth. Weder Patronat noch Patrozinium der mittelalterlichen Kirche sind belegt. Im 15. Jahrhundert geht aus einem Vertrag hervor, der zwischen den “Alterleuten” der Kirche in Hockeln und denen der Lambertikirche in der Hildesheimer Neustadt 1474 geschlossen wurde, daß das Gotteshaus in Hockeln der Muttergottes und dem Evangelisten Johannes geweiht war. Auch war nicht der Archidiakon oder der Hildesheimer Bischof Verhandlungspartner der Neustadt, sondern die “Alterleute” der Gemeinde, die demnach St. Johannes vertraten. Da jedoch kein Priester im Ort ansässig war, wurde die Gemeinde vom Pfarrer an der St. Gallus-Kirche in Detfurth betreut. Die Kapelle in Hockeln wurde wahrscheinlich vom Godehardikloster, dem Kloster Derneburg, den Rittern von Hockeln und den Grafen von Wohldenberg wirtschaftlich unterstützt. Wann Hockeln vom Amt Winzenburg in das Amt Marienburg verlegt wurde, läßt sich nicht festlegen. Während der Einführung der Reformation im 16. Jahrhundert gehörte Hockeln bereits zum Amt Marienburg und war, da es noch keine Pfarrechte besaß, mit der “Mutterpfarrei” Detfurth verbunden. Die kirchliche Zugehörigkeit nach Detfurth war auch hier die Voraussetzung zum Erhalt der kath. Konfession in der Kapellengemeinde St. Johannes. Im Jahre 1712 wurde die St. Johanneskapelle durch einen Neubau ersetzt. Wahrscheinlich war dies durch Umwelteinflüsse (Überschwemmung der Lamme) und Folgen des 30jährigen Krieges auch hier nötig gewesen. Im neuerbauten Gotteshaus hielt seit 1771 der Kaplan aus Detfurth jeden Sonntag die Heilige Messe. Zur Zeit der Industrialisierung blieb Hockeln eine rein bäuerliche Siedlung. Nach vorübergehenden Abwanderungen im 18. Jahrhundert war erst Mitte des 19. Jahrhunderts wieder ein Bevölkerungsanstieg in der Gemeindestatistik festzustellen. Erst der Bau der Eisenbahnteilstrecke Hildesheim-Derneburg 1875 und die Aufnahme der Kalisalzproduktion in Bad Salzdetfurth hatten den Zuzug von Arbeitskräften nach Hockeln wieder möglich gemacht. Im Jahre 1863 wurde die baufällig gewordene Kapelle abgerissen und durch ein neues Gotteshaus ersetzt. Da St. Johannes relativ weit von der Taufkirche St. Gallus in Detfurth entfernt lag, wurde im Jahre 1866 in Hockeln eine Lokalkaplanei eingerichtet. Damit hatte St. Johannes den Kaplan aus Detfurth als eigenen Geistlichen erhalten. Noch während des Kulturkampfes konnte im Jahre 1894 die Erhebung von St. Johannes zur Pfarrei durch Bischof Wilhelm Sommerwerck (1871-1905) erfolgen. Mit dem Strom der Heimatvertriebenen und Flüchtlinge gelangten nach 1945 ca. 120 Menschen nach Hockeln. Bis 1957 sank die Anzahl der Heimatvertriebenen auf 60 Personen, da in Hockeln auf den Bauernhöfen keine zusätzlichen Arbeitskräfte benötigt wurden. Im Jahr 1957 wohnten 276 Katholiken und nur 51 ev. Christen in der Gemeinde; z. B. in Listringen war das Verhältnis genau umgekehrt, dort waren es 1969 16 Katholiken und 307 ev. Christen. Der prozentuale Anteil von Katholiken und ev. Christen in Hockeln wie auch Listringen hat sich bis in die Gegenwart kaum verändert.

St. Bernward, Klein Düngen
Informationen zu der Kirche finden sie unter https://de.wikipedia.org/wiki/St._Bernward_(Klein_D%C3%BCngen)

St. Mariä Himmelfahrt, Westfeld
Informationen zu der Kirche finden sie unter https://de.wikipedia.org/wiki/St._Mari%C3%A4_Himmelfahrt_(Westfeld)

Wesseln - St. Johannes Bapt.
In der Gründungsurkunde des Godehardiklosters in Hildesheim von 1146 wird die Siedlung “Westenem” erwähnt. Da Wesseln im 12. Jahrhundert auch als “Westenheim” urkundlich überliefert ist, wird vermutet, daß der Ort aus der Gruppe der “Heim-Siedlungen” vor dem 12. Jahrhundert existierte. Vom 12.-16. Jahrhundert verkauften oder tauschten Klöster und Adlige ihren Grundbesitz in Wesseln. So übertrug Mathildis von Wohldenberg ihr Eigengut im Ort 1174 dem Kloster Wöltingerode. Später werden auch einige Hildesheimer Bürger als Grunderwerber genannt. Anfang des 13. Jahrhunderts gab es in Wesseln ein Rittergeschlecht, das den Namen von “Westem” führte. Kirchlich gehörte Wesseln in das Archidiakonat Detfurth bzw. später in den Bann Alfeld. Während schriftliche Hinweise auf Gotteshaus und Patronat fehlen, wird in einer Urkunde aus dem Jahre 1215 der Pfarrer des Ortes “Heinricus Sacerdos de Westene” als Zeuge aufgeführt. Dies gibt nicht nur Hinweise auf eine Pfarrkirche, sondern es steht auch für die Selbständigkeit der Pfarrei im Mittelalter. In Berichten des 18. Jahrhunderts wird der Standort der gotischen Kapelle mit dem rechten Lammeufer beschrieben. Vermutlich hatten die ortsansässige “Ritterfamilie” oder die ihr nachfolgenden Edelherren die Kapelle erbauen lassen.
Die Pfarrei St. Johannes war im 16. Jahrhundert nicht mehr selbständig, da sie im Pfarrverband Detfurth ohne eigenen Seelsorger aufgeführt wird. Wie in Detfurth, so konnte sich auch in Wesseln die Reformation nicht durchsetzen. Dies bestätigt ein Bericht aus dem Jahr 1585, worin die Stiftsregierung den Zuzug eines Lutheraners nach Wesseln verbot. Da der bischöfliche Kanzler seine Zustimmung zu dem erforderlichen Erlaß jedoch verweigerte, hatte der Zuzug von Lutheranern in kath. Ortschaften des Kleinen Stiftes allgemein nicht verhindert werden können. Die politische und wirtschaftliche Entwicklung von Wesseln wurde durch das adlige Gut geprägt, das seit 1535 im Besitz der Familie von Wrisberg war. Noch während des 30jährigen Krieges hatten die von Wrisbergs 1647 von der bischöflichen Regierung das Privileg zum Bierbrauen erhalten. Fast 100 Jahre später erfolgte die Erlaubnis zur Branntweinbrennerei. Nachdem 1792 der Mühlenzwang des Amtes Marienburg aufgehoben war, wurde das Getreide aus den umliegenden Ortschaften in Wesseln gemahlen.
Obwohl die Überschwemmungen der Lamme und die Choleraepidemien in den letzten beiden Jahrhunderten auch dort viele Todesopfer gefordert hatten, reichte die kleine Kapelle Mitte des 19. Jahrhunderts für die Gemeinde nicht mehr aus. Der Wesselner Kapellenvorstand entschloß sich daher zum Kauf eines Kothofes. Auf dem Hof wurde eine Schule eingerichtet und in den Jahren 1853-1855 ein neues Gotteshaus erbaut. Seit 1855 hatte das alte Gotteshaus als Stall und Scheune gedient, bis es 1905 abbrannte. Durch die Verkoppelung der Feldmark 1863 und die Technisierung in der Landwirtschaft konnten auch in Wesseln hohe Ernteerträge erzielt werden. Arbeitsplätze waren in der Landwirtschaft zu finden. Erst nach der Aufnahme der Kalisalzproduktion 1896 in Salzdetfurth und dem Bau eines Bahnhofes in Wesseln im Jahre 1900 hatten sich auch Tagelöhner im Ort niedergelassen. Im Jahre 1923 erfolgte schließlich die Aufteilung des Gutes und 1928 die des Gutsbezirkes “Fünfberger Forst” zwischen Wesseln und Bad Salzdetfurth. Die Kalisalzgewinnung, die Saisonarbeit auf dem Gut und der Eisenbahnbau waren die wirtschaftlichen Grundlagen.
Mit dem Flüchtlingsstrom gelangten nach 1945 Heimatvertriebene nach Wesseln. Diese konnten mit den vielen heimkehrenden Arbeitskräften aus der Gemeinde in den 11 landwirtschaftlichen Betrieben vor Ort kaum eine Beschäftigung finden. Der größte Teil der Wesselner Bevölkerung suchte sich daher einen Arbeitsplatz in der Bad Salzdetfurther Kaliindustrie.
Kirchlich ist Wesseln bereits seit dem Mittelalter mit der Pfarrkirche St. Gallus in Detfurth eng verbunden. In der Pfarrei von St. Gallus wird die Kapellengemeinde St. Johannes Bapt. vom Seelsorger aus Detfurth betreut.